Frank Doberenz Yachtcharter und -agentur

 

Urlaubstörn in die Pontinischen Inseln

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Logbuch der Anemos (Cyclades 43.4)

ein Team  erledigt währenddessen die Einkäufe – plötzlich – Schüsse – Nachfragen ergeben, dass heute das Fest des Stadtheiligen ist, und dieser in Prozession durch die Straßen getragen wird.  Und schon sind wir mittendrin. Beeindruckend und Exotisch  - so eine süditalienische Prozession.  Nachdem wir heute sowieso nicht mehr weiterfahren,  bleiben wir auf ein Abendessen und fahren im Dunkeln zu unserer Yacht zurück. Dabei werden wir auch noch mit einem grandiosen Feuerwerk verwöhnt. Die Nacht verläuft ruhig, gegen Morgen kommt etwas Schwell auf und wiegt uns wie in einer riesigen Schaukel.

 

Das Wetter: NW 2 Bft, 23°C, teilweise bewölkt

Sonntag: Nach dem Frühstück, um 10 Uhr heißt es „Anker auf“! Unter Vollzeug runden wir die „Terra Murata“ eine beeindruckende Festung auf dem südlichen Spitz von Prochida. Nachdem wir diversen Fähren ausgewichen sind und die Insel im Osten gerundet haben, legen wir Kurs hart am Wind an, Richtung Ventotene.  Leider dreht sich der Wind und so können wir unser Ziel nicht  direkt ansteuern.  Um uns eine lange, mühsame Kreuz zu ersparen,  werfen wir den Motor an und brausen direkt nach Ventotene.  Gerade sind wir bei Santo Stefano, da kommen uns schon die ersten Muringmänner im Schlauchboot  entgegen.  Nach zähen Verhandlungen ist der Preis fixiert - wir legen uns in den antiken Galeerenhafen, für den unsere Yacht eigentlich einen Meter zu groß ist. Der Hafen wurde zu römischer Zeit von Sklaven aus dem Felsen herausgehauen. Ausgerechnet hier im römischen Hafen liegen wir übrigens nicht RK sondern mit dem Bug zur Mole, da diese unter Wasser vorspringt und wir sonst die komplette  Durchfahrt blockieren würden.  Nach einem guten Anlegemanöver gehen wir einkaufen und Ort besichtigen – wunderschöne Landschaft! Die Spezialitäten der Insel sind einerseits Ausflüge nach Santo Stefano, einer ehemaligen Gefängnisinsel, die jetzt Naturschutzgebiet ist, anderseits Tauchexkursionen, da die Inseln noch weitgehend naturbelassen sind.  Mit einem schönen Sonnenuntergang verabschiedet sich der Tag.

 

Wetter: 23°C, sonnig, NW 2 Bft

Montag: Es bläst- der Wetterbericht ist auch recht unbestimmt – eigentlich nur 2 Bft, aber Böen bis 60 km/h – was denn nun? Gemütlich bereiten wir uns aufs Ablegen vor und da der Wind statt nachzulassen  beständig  zulegt, legen wir um 11 Uhr ab. Mit Hilfe des Schlauchbootes der  Ormeggiatori als Bugstrahlruder gelingt es aber gut. Kaum aus dem Hafen setzen wir sofort das Groß im ersten Reff. Der Wind legt weiter zu und so wird es eine Rauschefahrt mit Rückenwind nach Ponza. Am Nachmittag lässt der Wind dann nach und bei der Ankunft im Hafen von Ponza scheint dann sogar die Sonne. Nach einer Hafenrunde beschließen wir  uns  an eine Boje zu legen. Das Schlauchboot wird klargemacht und auf geht es zur Stadtbesichtigung. Sehr netter Ort mit Inselcharm. Nur die Apotheke ist schwer zu finden und hat dann auch das gewünschte Medikament gegen Seekrankheit nicht.  Aber gleich daneben ist ein nettes Restaurant, in dem wir dann fein Essen gehen.  Mit einer nächtlichen Schlauchbootfahrt endet der Tag.

 

Wetter: S bis 7 Bft, bedeckt, 20 bis 22°C

Dienstag: Viel Welle, wir beschließen daher, rasch loszusegeln. Noch ein letzter Anblick der imposanten Steilküste, auf der oben die Häuser thronen und unter Grotten und Höhlen auf die Erforschung warten, dann geht es vorsichtig  - wegen der vielen Klippen und Unterwasserfelsen – um die Südspitze in die Call C. de Luna eine  -wunderschöne türkisblaue Bucht, die von 80 m hohen Steilwänden hinter einen kurzen Sandstrand eingerahmt wird. Wieder begeistern uns die Farben der aus der vulkanischen Tätigkeit entstandenen Felsen.  Nachdem wir uns sattgesehen haben,  setzen wir wieder Segel und hart am Wind geht es bei einer schönen Brise mit einigen Schlägen nach Palmarola. Leider kommen wir dann in die Abdeckung und so müssen wir bis zur Nordspitze motoren. Nachdem wir diese gerundet haben – ist der Wind eingeschlafen. Macht nichts, so können wir näher an die beeindruckende Küste heranfahren und sogar zwischen den Klippen durchfahren. Bernd, der gerade von unten mit Kaffee für alle kommt, sieht sich um und meint trocken -  und ich hab geglaubt ihr fahrt wegen dem Kaffeekochen so langsam – aber bei diesen Untiefen rings um uns verstehe ich warum. Da uns die Calla C. de Luna so gut gefallen hat, fahren wir wieder dort hin und ankern dort für die Nacht.

 

Wetter: SE 3 Bft, tw. bedeckt, 23°C

Mittwoch: Jetzt, in der Früh, hat die See plötzlich angefangen zu rollen. Da Frühstücken bei solchen Bedingungen nicht gemütlich ist, motoren wir zwei Buchten weiter in einen kleinen Naturhafen und frühstücken dort. Danach umrunden wir die Nordostspitze von Ponza und nehmen Kurs auf Ischia. Plötzlich ruft Susi: „Ein Wal, ein Wal!“ - tatsächlich, da bläst er! Wir tuckern langsam hin und da ist er- ein Pottwal, ca. 16m - unmittelbar neben dem Boot. Nach einer kurzen Weile fühlt sich der Wal trotz Leerlauf dann doch zu gestört, hebt die Finne und taucht ab. Jetzt wird auch das Wetter besser und so kommt die Nordostküste von Ischia mit einzelnen Sonnenstrahlen in Sicht. Wir ankern neben dem beeindruckenden Castello Ischia und beenden den Abend mit Spaghetti mit einem guten Glas Rotwein an Bord.

 

Wetter: SE 3 Bft, bewölkt, tw. Regenschauer,22°C

Donnerstag: Besichtigung Ischia. Der alte Teil beim Castello ist schön und pittoresk, die neuen Viertel rund um den Fährhafen bestechen durch gepflegte Parks und luxuriöse Häuser und Hotels. Nach einem halben Tag haben wir genug gesehen und segeln in südöstlicher Richtung „rund Ischia“. Wieder zieht eine beeindruckende Landschaft  bei entspanntem Segeln vorbei. Als wir die Südküste erreicht  haben, machen wir einen Ankerstopp bei St. Angelo und fahren mit dem Beiboot in die nächste Bucht, wo eine heiße Quelle direkt ins Meer läuft. Nach einem schwierigen Anlegemanöver liegen wir im heißen Meer- und Thermalwasser, das seine Temperatur bei jeder Welle verändert. Ein neuer Höhepunkt unserer Reise. Gebadet und gestärkt geht es dann segelnd weiter nach Forio, unserem  Tagesziel. Die Einfahrt ist aufgrund der Riffe und vieler Fähren etwas kniffelig und der Hafen sieht ganz anders aus als im Hafenhandbuch. Aber schlussendlich liegen wir an einer nagelneuen Mole längsseits und erkunden die hübsche Kleinstadt. Nachdem wir In einem netten Restaurant  gegessen haben, beenden wir den Abend mit Cocktails in einer Bar.

 

Wetter: S 3 Bft, heiter 22°C

 

Samstag: Der Tag beginnt mit Sonne und einem guten Frühstück in der Plicht. Noch liegen wir in der Marina Chaiollela ganz im Westen von Procida. Es ist angenehm warm und wir vertrödeln den Vormittag mit Einkaufen, Kaffeetrinken, Spazierengehen. Wir haben Zeit, denn der Rest der Crew kommt erst am späten Nachmittag. Diesmal haben wir vereinbart, dass wir die anderen von der Fähre abholen, also auf der anderen Seite der Insel. Am frühen Nachmittag motoren wir los in die Badebucht von Corricella.  Dort verbummeln wir den Nachmittag – dann kommt endlich der erwartete Anruf. Aber nicht, wie vereinbart, von der Fähre und eine Stunde vor Ankunft, sondern direkt aus Procida. Paul, Susi und Olivera sind schon da – nach kurzem Diskutieren und Überlegen vereinbaren wir einen Treffpunkt direkt im Fischerhafen, vor dem wir ankern. Schnell wird das Schlauchboot fertig gemacht und schon brausen wir den Ankömmlingen entgegen. Das Gepäck kommt auf die Yacht, 

Freitag: Noch ein Tag schönes Segeln! Wir beenden die Umrundung von Ischia und legen Kurs auf Procida Porto – zum tanken. Das Tanken wird dann eine langweilige Angelegenheit, weil der Tankwart erst geholt werden muss, dafür dürfen wir länger bleiben und gehen noch auf einen Kaffee. Da wir gut in der Zeit liegen, machen wir noch einen Badestopp an der Westseite von Procida bevor wir gegen 16 Uhr die Heimatmarina ansteuern. Nach der problemlosen Rückgabe der Yacht gibt es noch Abschiedsgetränke in der Hafenkneipe, so dass Regina und Frank fast ihre Fähre versäumen – nur der Kamikaze von Taxifahrer sorgt dafür, dass beide rechtzeitig in Porto ankommen. Wieder ist ein wunderschöner Törn zu Ende.

Wetter: SW 3 Bft, heiter 24° C